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Breitbandausbau: Für Blombergs Ortsteile ist eine Lösung in Sicht

Schnelles Internet flächendeckend – in einigen der Blomberger Ortsteile gibt es im Gegensatz zu den Bereichen, in denen der von Bund und Land geförderte Ausbau gegriffen hat, noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Vor allem während der zunehmenden Onlinenutzung in den vergangenen rund eineinhalb Jahren aufgrund der Corona-Pandemie ist das deutlich geworden.

Nun ist ein Ende der Leidenszeit in Sicht: Die Firma Sewikom hat sich bereit erklärt, das Risiko zu tragen und eigenwirtschaftlich den Glasfaserausbau in den unterversorgten Dörfern Brüntrup, Höntrup, Maspe, Altendonop (und Teilen von Donop) voranzutreiben. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Blomberg, die im Rahmen der Vereinbarung die notwendige Infrastruktur in den Ortsteilen herstellt.

Und die erste Hürde auf dem Weg zum schnellen Internet ist bereits genommen worden: Zunächst mussten mindestens 50 Prozent der Haushalte in den betroffenen Ortsteilen ihr Interesse an einem Vertrag mit dem Unternehmen bekunden. Das ist geschehen – und zwar durch 55 eingegangene Interessensbekundungen in Höntrup (bei 45 notwendigen), 49 in Maspe (bei 41 notwendigen), 89 in Brüntrup (bei 88 notwendigen) und 91/56 in Donop/Altendonop (bei 73/43 notwendigen).

Erst Hybridtechnik – dann Glasfaser

Die Verwaltung hat die Firma Sewikom nun gebeten, vereinbarungsgemäß als schnelle und kurzfristige Übergangslösung eine Hybridtechnik zu installieren, die bis Ende 2022 geplant ist. Das bedeutet, dass das schnelle Internet sozusagen per Funk bis in die Ortsverteilung kommt und dann über die bestehenden Telekommunikationsleitungen in die Häuser gelangt.

In einem zweiten Schritt werden dann interessierte Personen beziehungsweise Haushalte von Sewikom im Hinblick auf die konkrete Vertragsgestaltung kontaktiert. Wichtig: Um die Kündigung der bisherigen Telekommunikationsverträge mit anderen Anbietern und die Rufnummernmitnahme kümmert sich, nach einer entsprechenden Auftragserteilung, die Sewikom.

Schritt drei ist dann der endgültige und dauerhafte Glasfaserausbau. Der wird bis Ende 2022 in allen betroffenen Dörfern abschließend erfolgen. Anders als für die Hybridlösung wird für den Beginn des Glasfaserausbaus jedoch ein tatsächlicher Vertragsabschluss der Interessierten mit Sewikom erforderlich.

„Sicherlich hätte ich mir einen wie sonst auch üblichen Wettbewerb gewünscht, doch dieser ist für diesen Bereich faktisch nicht existent, die großen Telekommunikationsunternehmen haben schlichtweg kein Interesse. Dennoch werden wir am Ende des Verfahrens aus formalen Gründen einen rechtlich notwendigen Vergabeprozess starten und die Verlegung der Glasfaserleitungen ordnungsgemäß ausschreiben“, verspricht Bürgermeister Christoph Dolle.

Schnelle Reaktion von Politik und Verwaltung

Die Situation spitzte sich überhaupt erst so zu, weil im Breitbandatlas, der als Basis für die Bundesförderung diente, einige der Ortsteile mit einer deutlich besseren Breitbandversorgung ausgewiesen wurden als tatsächlich vorhanden. Aufgrund der fehlerhaften Datenbasis kamen die betroffenen Bereiche beim letzten Förderaufruf nicht zum Zug.

Richtig Fahrt nahm die ganze Sache dann Ende Januar 2021 im Blomberger Ausschuss für Bauen und Umwelt auf. Der fasste nämlich den Beschluss, dass die Verwaltung die Bedarfssituation ermitteln und nach Lösungen, die zur Not auch mit Eigenmitteln umgesetzt werden können, suchen soll. Die Verwaltung reagierte schnell. In einem ersten Schritt nahm der Bürgermeister Gespräche mit dem Fördergeber auf. Darin lotete er die Möglichkeit aus, ob die unterversorgten Gebiete durch Rechtsmittel nicht doch noch Teil des Förderprogramms werden könnten.

Die Antwort war allerdings eindeutig: Ob Rechtsmittel zum Erfolg führen, ist ungewiss, außerdem könnte die Durchsetzung mehrere Jahre dauern. Der Dialog mit den großen Telekommunikationsanbietern führte ebenfalls ins Nichts: Interesse, kleinteilige Siedlungsgebiete zu erschließen, besteht dort nicht.

Breitbandausbau wurde 2020 vorangetrieben

Die sewikom GmbH war übrigens in Sachen Breitbandausbau bereits in der jüngeren Vergangenheit in Blomberg aktiv. In Sachen schnelles Internet gewissermaßen erschlossen wurden ab dem Sommer 2020 neben verschiedenen Gebieten in der Blomberger Kernstadt auch die Ortsteile Tintrup, Herrentrup, Reelkirchen, Siebenhöfen, Brüntrup, Wellentrup, Istrup, Mossenberg-Wöhren, Cappel, Kleinenmarpe, Großenmarpe, Donop und Eschenbruch.

Insgesamt fand so die Internetversorgung für 871 Privathaushalte in Blomberg statt. Dafür wurden Trassen vorbereitet und mehr als 32 Kilometer Leerrohre verlegt. Was die Leistung anbetrifft, sind vorerst mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und maximal 100 Mbit/s vorgesehen. Später können bis zu 250 Mbit/s möglich sein. Die Gesamtkosten für das Projekt haben sich – was die privaten Haushalte anbetrifft – auf 1,72 Millionen Euro belaufen. Aufgrund von Fördergeldern von Bund und Land betrug der Anteil, den die Stadt Blomberg zu tragen hatte, 172.000 Euro.

30.09.2022 - Barntrup und Blomberg bekommen Glasfaser von Unsere Grüne Glasfaser

Bild vergrößern: Absichtserklärung UGG
Blombergs Bürgermeister Christoph Dolle (links) und Barntruper Bürgermeister Borris Ortmeier (rechts) unterzeichnen die Absichtserklärung zum flächendeckenden Glasfaserausbau in Blomberg und Barntrup. Jörg Ellerbrock (Mitte) vertritt die UGG als ausführendes Unternehmen.


Die Städte Barntrup und Blomberg im Kreis Lippe haben die Weichen für ihre digitale Zukunft neu gestellt. Die Verantwortlichen der beiden Städte entschieden sich gemeinsam für den Ausbau der örtlichen digitalen Infrastruktur mit leistungsfähiger Glasfaser durch Unsere Grüne Glasfaser (UGG). Der Ausbau durch UGG erfolgt eigenwirtschaftlich, d. h. für die Kommunen entstehen für die Errichtung und den Betrieb des neu verlegten Glasfasernetzes keine eigenen Kosten. Zudem werden keine Zuschüsse oder Steuergelder in Anspruch genommen.

Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung zum zeitnahen Glasfaserausbau gehen die beiden lippischen Nachbarstädte nun einen großen Schritt in Richtung digitaler Zukunft. Wichtig war den beiden Bürgermeistern Borris Ortmeier und Christoph Dolle, einen Partner für den Ausbau zu finden, der nicht nur einzelne Ortsteile versorgt, sondern einen umfassenden Ausbau in den beiden Kommunen sicherstellt.

Nicht erst seit viele Anwohnerinnen und Anwohner vermehrt im Homeoffice arbeiten, zeigt sich deutlich, dass die aktuell vorhandene digitale Infrastruktur den Anforderungen der Gigabitgesellschaft nicht mehr gewachsen ist.  UGG implementiert in Blomberg und Barntrup moderne und zukunftsfeste FTTH (Fiber-to-the-home)-Netzwerke auf Basis von Glasfasern, die das leistungsfähige Netz direkt bis in jedes einzelne Gebäude bringen.

Der Glasfaserausbau der UGG bedeutet für Barntrup die Anbindung aller Ortsteile. „Es war mir sehr wichtig, nicht nur das Barntruper Zentrum zu erschließen, sondern eine Lösung zu finden, die alle Ortsteile berücksichtigt“, so Bürgermeister Borris Ortmeier. Dabei werden auf Grundlage der aktuellen Ausbauplanung nicht nur der Stadtkern Barntrup und die vier Ortskerne erschlossen, sondern auch eine Vielzahl an Häusern außerhalb der Kernstruktur der Dörfer.

„Endlich haben wir auch eine flächendeckende Lösung für die Großgemeinde Blomberg gefunden, die alle Dörfer in die Glasfaserversorgung einbezieht.“, ergänzt Blombergs Bürgermeister Christoph Dolle. „Die zahlreichen Gespräche mit anderen Wettbewerbern waren in den vergangenen Monaten immer wieder daran gescheitert, dass Wettbewerber entweder nur einzelne Ortsteile als wirtschaftlich interessant versorgen wollten oder ihr Tätigwerden von einem vorgeschalteten Quorum abhängig machten.“

Ein solches Interessenbekundungsverfahren mit hohen Hürden wird es mit der UGG nicht geben. Das Unternehmen - eine Gründung der Allianz und der Telefonica - plant den flächendeckenden Ausbau in allen Ortslagen, die bisher noch nicht im FTTH-Verfahren mit Glasfaser erschlossen sind.

In Blomberg betrifft dies alle Ortsteile, mit Ausnahme der Ortschaften Höntrup, Herrentrup, Reelkirchen und Teilen der historischen Altstadt, wo derzeit gerade der eigenwirtschaftliche Ausbau durch andere Unternehmen begonnen hat.

Die UGG plant in den kommenden Wochen gemeinsam mit den beteiligten Kommunen Barntrup und Blomberg die Feinplanung und Abstimmung der konkreten Baumaßnahmen vor Ort voranzutreiben.

„Wir schaffen durch den Ausbau der UGG mit Glasfaser bis ins Haus die Grundlage für eine belastbare Infrastruktur der Zukunft“, sind sich die Bürgermeister von Blomberg und Barntrup Christoph Dolle und Borris Ortmeier einig.

Zum geplanten Bauverfahren

Das FTTH-Zugangsnetz von UGG ist so konzipiert, dass alle Kabel und Leerrohre vollständig erdverlegt sind, ausgehend vom zentralen Hauptverteilerpunkt (sog. „Point of Presence“, PoP) bis zum Haus der Kunden und Kundinnen. Es werden modernste Bautechniken eingesetzt, um die unterirdische Verlegung in sehr kurzer Zeit, umweltverträglich und ohne große Einschränkungen für die Bürger und Bürgerinnen oder Inanspruchnahme öffentlicher Mittel zu realisieren. Das heißt, dass in enger und frühzeitiger Absprache mit den Kommunen derartige Maßnahmen ergriffen werden, die den baulichen Eingriff minimal halten und einen geordneten Ablauf innerhalb der Städte weiterhin gewährleisten.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Städte Blomberg und Barntrup an das schnelle und stabile Zukunftsnetz von UGG anschließen können. Damit gelingt den Kommunen ein wichtiger Anschluss an die Zukunft, von dem Einwohner und Unternehmen gleichermaßen profitieren werden“, kommentiert Ralf Stratmann, Senior Expansion Manager Verwaltungsgemeinschaften/Zweckverbände von UGG.

Ausblick für weitere Regionen in Deutschland

Den Städten Barntrup und Blomberg werden noch viele weitere Städte und Gemeinden in Deutschland folgen. Mit einem Investitionsvolumen von über 5 Mrd. Euro will UGG in den kommenden Jahren mehr als zwei Millionen deutsche Haushalte in ländlich geprägten Regionen mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen auf Glasfaserbasis ausstatten und einen energieeffizienten Betrieb des Netzes gewährleisten. Dieser Ausbau ist nicht nur für die ländlich geprägten Regionen in Deutschland essenziell, sondern leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Plan der Bundesregierung, bis 2025 eine konvergente Gigabit-Internet-Infrastruktur in ganz Deutschland bereitzustellen.

Breitbandausbau an Blomberger Schulen

Schulen brauchen in der heutigen Zeit schnelles Internet. Deshalb hat sich die Stadt Blomberg in der jüngeren Vergangenheit um den Netzausbau für die bis dato unterversorgten Schulstandorte bemüht. Konkret ging es dabei um das Blomberger Schulzentrum.

Bereits 2019 hatte sich die Verwaltung im Rahmen eines Sonderaufrufs des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen für den NGA-Breitbandausbau beworben. Begleitet hatte die Bewerbung die Atene Kom GmbH.

Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das die öffentliche Hand bei der Entwicklung von Projekten rund um Digitalisierung und Breitbandinfrastruktur unterstützt.

Erfolgreiche Fördermittelakquise

Die Fördermittelakquise mithilfe von Atene Kom war damals erfolgreich. Einen vorläufigen Zuwendungsbescheid durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gab es im Sommer 2019.

Im September 2021 folgte der endgültige Bescheid, im November 2021 der finale Förderbescheid. Die Förderquote betrug 50 Prozent, das Land NRW beteiligte sich mit 40 Prozent.

Der Breitbandausbau erfolgte für folgende Schulen im Blomberger Schulzentrum:

  • Hermann-Vöchting-Gymnasium
  • Sekundarschule
  • Pestalozzischule

Die Breitbanderschließung erfolgte über ein Next Generation Access Network (NGA-Netz). Diese Netzwerktechnologie sieht vor, dass bereits bestehende Telekommunikationsnetze gebündelt und durch eine übergreife Netzinfrastruktur ersetzt werden.

„Die entsprechenden Schulen können nun zuverlässig auf Bandbreiten von mindestens zwei Gbit/s zurückgreifen“, sagt Winfried Kipke, der als Leiter des Fachbereichs 20 (Kämmerei und Finanzen) unter anderem auch für die Schulen in der Nelkenstadt zuständig ist. 

Autor: Rouven Theiß 
Quelle: Rouven Theiß